Jan 10, 2013

Fördert politisch bildende Blogs wie NGOs


Im Zuge der Überlegungen, wie Netzpolitik.org überarbeitet werden könnte, macht sich Markus Beckedahl auch Gedanken über mögliche Finanzierungsmodelle, die das Blog dauerhaft tragfähig machen. Er beschreibt Probleme, die im Zusammenhang mit Sponsoring-Deals auftreten und rechnet vor, dass Netzpolitik.org trotz verschiedener Einnahmequellen, umsichtigem Management und verschiedenen gratis erstellten Inhalten pro Monat rund 2200€ Miese macht.

Als Bloggerin, deren Blog ebenfalls vor allem von politischen Inhalten lebt, kenne ich das Problem. Auch wenn ich natürlich weniger Kooperationen und Finanzierungsdeals angeboten bekomme als die weitaus breitenwirksamere Netzpolitik.org. Ich sehe Girls Can Blog hier in Abgrenzung zu beispielsweise Beauty- oder Techblogs, die von Werbung für diese Konsumgüter leben können und möchten.  

Meine Idee wäre nun, dass es einen Topf geben sollte, aus dem Blogs, die politisch bilden, ähnlich NGOs finanziert werden. Es müsste eine Stelle geben, die einen Teil der Mittel, die ohnehin für politische Bildung ausgegeben werden, an förderungswürdige Projekte vergibt. Also nach einer Ausschreibung. Nicht wahllos an irgendwelche BloggerInnen, sondern gezielt an solche, die ein gutes Konzept vorlegen, qualitativ hochwertige Inhalte und vielleicht auch schon überdurchschnittliche Leserzahlen nachweisen können. Und die eine Idee davon haben, wie es mit ihrem Projekt weitergehen soll, also eine kleine Vision. Es sollte darüber hinaus die Möglichkeit bestehen, diese Finanzierung auch über die Zeit zu gewährleisten. Vielleicht nicht endlos, aber doch so dauerhaft, dass die Verantwortlichen die Qualität ihres Angebots wenigstens auf ähnlichem Niveau erhalten können.  

Im Zuge einer solchen Mittelvergabe sollte die Regierung (oder eine andere finanzierende Stelle, z.B. eine Stiftung) natürlich von inhaltlicher Einflussnahme auf das Blog komplett absehen. Ähnlich, wie ja auch beispielsweise soziale Projekte selbständig arbeiten dürfen. Für Blogs, die weder Konsumgüter noch politische Inhalte besprechen, wäre auch eine Finanzierung über Kammern oder Branchenverbände denkbar, denn schließlich wird ja Werbung für die eigene Zunft betrieben. Ich denke hier zum Beispiel an Design-Blogs oder medizinische Inhalte.

Was haltet Ihr von der Idee?

1 comment:

  1. Ich kenn jemanden, der die Idee wohl gut findet. Siehe hier ;)

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